Bevor man eine Klimaanlage einbaut, steht die Frage welcher Typ am besten zur eigenen Situation passt.
Mobile Klimaanlagen sind die einfachste Lösung. Sie lassen sich in jedem Raum aufstellen, benötigen nur eine Steckdose und einen Abluftschlauch, der über einen Fensterspalt nach außen geführt wird. Der große Vorteil liegt in der Flexibilität und den niedrigen Anschaffungskosten. Allerdings ist die Leistung durch den Steckdosenanschluss auf maximal 3,5 kW begrenzt. Zudem führt der Abluftschlauch über einen offenen Fensterspalt nach draußen, während gleichzeitig warme Außenluft eindringt, was die Effizienz des Geräts erheblich senkt. Ein Fachhandwerker ist für die Installation nicht erforderlich.
Single-Split-Klimaanlagen sind die gängigste Wahl für die dauerhafte Kühlung einzelner Räume. Sie bestehen aus einem fest installierten Innengerät und einem Außengerät, die über Kältemittelleitungen miteinander verbunden sind. Das Außengerät saugt Luft an und überträgt die Wärme aus dem Raum per Kältemittel nach außen. Diese Anlagen sind deutlich leistungsfähiger als mobile Geräte und laufen deutlich ruhiger. Multi-Split-Klimaanlagen funktionieren nach demselben Prinzip wie Single-Split-Geräte, nur dass hier ein einziges Außengerät mehrere Innengeräte versorgt. Das macht diese Variante zur idealen Lösung, wenn mehrere Räume gleichzeitig und dauerhaft gekühlt werden sollen. Multi-Split-Anlagen sparen Platz an der Fassade und sind wirtschaftlicher im Betrieb als mehrere separate Außengeräte.
Planung
Eine gut durchdachte Planung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Einbau. Wer hier sorgfältig vorgeht, spart später Zeit, Geld und Nerven.
Bedarf definieren
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme des eigenen Bedarfs. Soll die Anlage nur gelegentlich in verschiedenen Räumen zum Einsatz kommen, oder wird ein bestimmter Raum dauerhaft und regelmäßig gekühlt? Sind es mehrere Zimmer, die gleichzeitig eine angenehme Temperatur haben sollen? Je präziser man diesen Bedarf beschreibt, desto besser lässt sich die passende Anlage auswählen und desto genauer kann ein Fachbetrieb ein Angebot kalkulieren.
Kühllast und Leistung berechnen
Neben der Bauart der Anlage ist die richtige Leistungsdimensionierung entscheidend. Eine zu kleine Anlage schafft es nicht, die gewünschten Temperaturen zu erreichen. Eine überdimensionierte Anlage hingegen verursacht unnötig hohe Anschaffungs- und Betriebskosten. Die sogenannte Kühllast eines Raums hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Erstens spielt der bauliche Zustand eine wesentliche Rolle: Wie gut ist das Gebäude gedämmt? Wie groß sind die Fensterflächen, und wie hoch ist ihr Energiedurchlassgrad? Je mehr Sonnenwärme durch Fenster und Wände in den Raum gelangt, desto höher ist die Kühllast. Zweitens wirken sich sogenannte innere Wärmequellen aus. Computer, Fernseher, Beleuchtung und natürlich auch Menschen im Raum erzeugen Wärme, die die Klimaanlage kompensieren muss.
In der Klimatechnik wird die Kühlleistung häufig in BTU/h (British Thermal Unit pro Stunde) angegeben. Zur Orientierung: 12.000 BTU/h entsprechen einer Kühlleistung von 3,5 kW und reichen aus, um Räume mit einem Volumen von etwa 60 bis 100 Kubikmetern zu kühlen. Geräte mit 9.000 BTU/h leisten rund 2,5 kW. Die genaue Berechnung der Kühllast sollte idealerweise von einem Planer, Energieberater oder qualifizierten Fachhandwerker durchgeführt werden.
Montagestandorte festlegen
Das Innengerät wird üblicherweise an der Wand montiert. Damit kühle Luft den Raum möglichst gleichmäßig durchströmt, sollte das Gerät strategisch günstig platziert werden. Besonders vorteilhaft ist eine Position an einer Außenwand, da von dort aus Strom-, Kondensat- und Kältemittelleitungen direkt nach draußen geführt werden können. Dabei ist zu beachten, dass Kältemittel- und Stromleitungen nach oben verlaufen dürfen, das Kondensat jedoch ohne Gefälle und ohne Pumpe immer frei nach unten abfließen muss. Außerdem muss ein Mindestabstand von 15 Zentimetern zur Zimmerdecke eingehalten werden, damit die Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird.
Beim Außengerät steht vor allem der Schallschutz im Vordergrund. Körperschall lässt sich durch eine schallentkoppelte Montage auf Maschinenfüßen gut minimieren. Der Luftschall der laufenden Anlage kann hingegen störend wirken, wenn das Außengerät in einem engen Innenhof, direkt neben einem Schlafzimmerfenster oder zu nah am Nachbargebäude aufgestellt wird. Um Nachbarschaftsstreit zu vermeiden, sollten ausreichende Abstände eingehalten werden. Die Leitungslänge zwischen Innen- und Außengerät darf maximal 30 Meter betragen, der Höhenunterschied zwischen beiden Geräten sollte 15 Meter nicht überschreiten.
Genehmigungen
Bevor die erste Schraube gesetzt wird, sollte man die rechtliche Lage klären. Mieter sollten bei einer geplanten Split-Klimaanlage unbedingt das Gespräch mit dem Vermieter oder Eigentümer suchen, da bauliche Veränderungen in der Regel zustimmungspflichtig sind. Mobile Klimageräte hingegen können ohne jegliche Genehmigung auch in Mietwohnungen betrieben werden. Wer in einer Eigentumswohnung lebt, benötigt für den Einbau einer Split-Anlage die Zustimmung der Hausgemeinschaft, da dabei in der Regel Eingriffe in das Gemeinschaftseigentum (z. B. Fassade) notwendig sind.
Einbau
Ist die Planung abgeschlossen, kann der eigentliche Einbau beginnen. Der Ablauf lässt sich in fünf übersichtliche Phasen gliedern.
Zunächst gilt es, den Bedarf klar zu definieren. Wie viele Räume sollen gekühlt werden, wie oft und auf welche Temperatur? Wie ist der energetische Zustand des Gebäudes, und welche internen Lasten (Geräte und Personen) sind im Raum zu erwarten? Diese Informationen bilden die Grundlage für alles Weitere.
Im zweiten Schritt wird ein qualifizierter Fachhandwerker gesucht. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Mit den gesammelten Daten aus Schritt eins können Betriebe bereits konkrete Angebote kalkulieren, sodass man einen guten Vergleich erhält.
Es folgt die eigentliche Planung der Anlage. Gerätebauart, Leistungswerte und Montagestandorte werden gemeinsam mit dem Fachbetrieb festgelegt. Dabei werden auch Details wie die Leitungsführung, der Kondensatablauf und die Schallschutzmaßnahmen für das Außengerät berücksichtigt.
Ist alles geplant und genehmigt, beginnt die Montage. Innen- und Außengerät werden befestigt, Leitungen verlegt, die Anlage angeschlossen, vakuumiert, befüllt und in Betrieb genommen. Ein seriöser Fachbetrieb führt abschließend einen Funktionstest durch und weist den Nutzer in die Bedienung ein.
Der letzte, aber dauerhaft wichtige Schritt ist die regelmäßige Wartung. Mindestens einmal jährlich sollte ein Fachbetrieb die Anlage inspizieren, Leitungen und Kältemittelfüllung prüfen sowie alle Komponenten auf einwandfreie Funktion kontrollieren.
Was darf ich selbst machen?
Kann ich die Klimaanlage auch selbst einbauen? Die Antwort ist: teilweise ja. Mobile Klimageräte darf jeder selbst aufstellen und betreiben. Dafür sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich.
Bei Split-Anlagen dürfen Laien bestimmte Tätigkeiten ebenfalls selbst übernehmen. Dazu zählen die Montage von Innen- und Außengerät an der Wand, das Anfertigen von Kernbohrungen sowie das Verlegen von Leitungen und Kabeln, solange dabei keine Kältemittelanschlüsse hergestellt oder Befüllarbeiten vorgenommen werden.
Alle Arbeiten an kältemittelführenden Bauteilen dürfen ausschließlich von speziell ausgebildeten Fachhandwerkern durchgeführt werden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und dient sowohl dem Schutz der Anlage als auch der Umwelt, da viele Kältemittel fluorierte Treibhausgase (F-Gase) enthalten, die nicht unkontrolliert in die Atmosphäre gelangen dürfen.
Ein praktischer Tipp für alle, die eine neue Split-Anlage selbst montieren möchten: Nach dem Transport sollte die Anlage mindestens 24 Stunden stehen gelassen werden, bevor sie in Betrieb genommen wird. In dieser Zeit setzt sich das Kältemittel, das beim Transport in den Verdichter gelangen kann, wieder zurück. Das schützt den Kompressor vor Schäden.
Kosten
Die Frage nach den Kosten lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Die Gesamtkosten setzen sich aus der Bauart und Leistung, der gewählten Anlage, der Anzahl der benötigten Komponenten (z. B. mehrere Innengeräte bei einer Multi-Split-Anlage) sowie dem Montageaufwand vor Ort, wie etwa der Länge der Leitungen, der Zugänglichkeit des Aufstellorts und dem Aufwand für Kernbohrungen.
Eine einfache Single-Split-Anlage mit Installation ist in der Regel ab etwa 1.500 bis 2.500 Euro erhältlich. Hochwertige Geräte mit größerer Leistung und aufwendiger Installation können deutlich mehr kosten. Multi-Split-Anlagen für mehrere Räume bewegen sich je nach Ausstattung schnell im Bereich von 4.000 bis 8.000 Euro und mehr. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten. Moderne Split-Klimaanlagen erreichen sehr gute Energieeffizienzklassen (z. B. A+++ bis A+) und sind daher im Betrieb deutlich günstiger als ältere Geräte oder mobile Einheiten. Wer auf die Effizienzklasse achtet, spart langfristig bei der Stromrechnung.
Wartung
Eine Klimaanlage ist eine technische Anlage, die regelmäßige Pflege benötigt, um effizient und zuverlässig zu funktionieren. Die wichtigste Maßnahme, die Nutzer selbst übernehmen können, ist die regelmäßige Reinigung der Innengerätefilter. Verstopfte Filter reduzieren den Luftdurchsatz, senken die Kühlleistung und können zu einem erhöhten Stromverbrauch führen. Je nach Nutzungsintensität empfiehlt sich eine Reinigung alle zwei bis vier Wochen. Einmal jährlich sollte außerdem ein Fachbetrieb zur professionellen Wartung kommen. Dabei werden alle kältemittelführenden Komponenten auf Dichtheit geprüft, die Füllmenge des Kältemittels kontrolliert, elektrische Anschlüsse inspiziert und die Gesamtanlage auf ordnungsgemäße Funktion überprüft. Ein Wartungsvertrag mit einem lokalen Fachbetrieb ist hier eine bequeme und oft kostengünstige Lösung. Typische Fehlerbilder bei mangelnder Wartung sind nachlassende Kühlleistung, ungewöhnliche Geräusche, Kondenswasseraustritte am Innengerät oder Fehlermeldungen am Display. Wer solche Symptome bemerkt, sollte zeitnah einen Fachmann hinzuziehen.